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Blog über Webentwicklung und Linux Server

Raspberry PI als Server

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Bis jetzt benutze ich als Hauptserver einen IBM X335 der dauerhaft läuft und bei Bedarf per Wake on LAN die anderen Server ein und wieder ausschaltet. Das funktioniert so weit sehr gut, hat aber den Nachteil das der Server recht laut ist und im Dauerbetrieb einiges an Strom verbraucht. Eigentlich ist der Server mit seinen 2 CPUs und 8GB RAM auch völlig überdimensioniert, deshalb habe ich mir Gedanken gemacht wie ich das optimieren kann.


Der neue Server muss folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • Leise sein
  • Wenig Strom verbrauchen
  • LAN Anschluss haben

Außerdem muss er genug Leistung für folgende Dienste haben:

  • Webserver (Lighttpd)
  • Samba Server
  • LDAP zur Benutzerverwaltung
  • VPN Server (PPTP)
  • DNS/DHCP Server (Dnsmasq)

Da ich vor kurzem über einen Artikel zum Raspberry PI gestoßen bin, dachte ich mir das ich das mal probiere. Den Raspberry PI bekommt man bei Amazzon incl. Gehäuse, Netzteil und Speicherkarte für ca. 60€, damit ist er also schon mal günstiger wie ein gebrauchter "richtiger" Server bei E-Bay. Mit einem 700mW Netzgerät braucht er maximal 3,5W Strom und ist da er komplett passiv gekühlt ist auf jeden Fall leise.

Die Hardware scheint also schon mal das richtige zu sein, fehlt nur noch das richtige Betriebssystem. Da ich auf meinen Servern immer ganz gerne Debian verwende habe ich mich hier für Rasbian entschieden. Das ist im Prinzip ein Debian das ein bisschen für Raspberry PI optimiert wurde sich aber sonst wie ein normales Debian verhällt. Auf der Speicherkarte die beim Raspberry PI dabei war ist Noobs vorinstalliert, damit kann man ganz einfach eine ganze Reihe Betriebssysteme per Mausklick installieren. Ich habe mich dann aber doch für das Image von Rasbian entschieden. Alternativ gibt es einen Installer, man kopiert den Inhalt der ZIP-Datei einfach auf eine FAT32 formatierte SD-Card und bootet den Raspberry PI damit. Die Installation läuft dann gleich wie bei Debian, nur dass man keinen Spiegelserver auswählen kann sondern den von Rasbian von Hand eintragen muss.

Nach dem ersten Start muss man ein paar Dinge anpassen, am besten man führt erst mal raspi-config aus um die Partition an die Speicherkarte anzupassen. Dann sollte man natürlich noch das Root-Passwort ändern. Ich habe auch erst mal den Benutzer pi entfernt und meinen eigenen Benutzer angelegt. Außerdem habe ich einige Pakete entfernt da ich auf einem Server keine Grafische Benutzeroberfläche brauche, Sachen wie z.B. man-db brauche ich auch nicht.

apt-get remove --purge lxde-common dbus-x11 libx11-6:armhf libx11-data libx11-xcb1:armhf omxplayer libasound2:armhf alsa-base alsa-utils man-db manpages ca-certificates libraspberrypi-doc xkb-data fonts-freefont-ttf

Die 16GB Speicherkarte hat locker genug Platz für das Betriebssystem, für die Home und Profil-Ordner meiner Benutzer benutze ich einen 64GB USB-Stick. Sollte das mal nicht mehr reichen habe ich noch eine externe 500GB Festplatte hier rumliegen die man aber über einen bestromten USB Hub anschließen sollte da man sonst dem Raspberry PI zu viel Strom klaut.

Bis jetzt habe ich nur den Webserver mit PHP installiert, das läuft schon mal sehr flüssig, die Page Generation Zeit hat sich im Vergleich zum IBM X335 nicht groß verändert. Auch HTTPS macht der Raspberry PI ohne Probleme mit. Nur bei einem SQL-Query habe ich größere Geschwindigkeitseinbußen bemerkt, das liegt aber auch daran das es sich dabei um ein schlecht geschriebenes Query handelt das ich nochmal ordentlich optimieren konnte.

In der nächsten Zeit werde ich mich dann um LDAP, Samba und VPN kümmern, bei der Gelegenheit kann ich dann auch gleich Howtos dazu schreiben da ich das ja bestimmt noch öfter machen werde und noch von der letzten Installation weiß das es nicht immer einfach ist gute Howtos dazu zu finden. Mal sehn wie gut der kleine Raspberry PI damit so klar kommt.

Über den Autor

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